Sozialversicherungsrechtliche Unstimmigkeiten in Bosnien-Herzegowina

Das Sozialversicherungssystem von Bosnien-Herzegowina dürfte zu den schwächsten in Europa gehören. Trotz der hohen Beitragsätze sind die Leistungen der Kranken- und Rentenversicherung eher bescheiden, was angesichts des sehr ungünstigen Verhältnisses zwischen Erwerbstätigen und Rentnern wenig überrascht.

Da Angestellte von Gesellschaften aus dem Ausland in der Regel überdurchschnittliche Gehälter erhalten, was oft durch die dafür erforderlichen Fremdsprachenkenntnisse bedingt ist, gehören diese zu den wichtigeren Beitragszahlern. Leider wirken sich diese erhöhten Beiträge nicht immer vorteilhaft für die Versicherten aus. Eine Besonderheit des Rentensystems ist die Regelung, dass die Art des Beschäftigungsverhältnisses bestimmt, welche Anwartschaftszeit für die Rente zurückgelegt wird. Ein Halbtagsbeschäftigter mit einem Bruttoeinkommen von 1.000 KM zahlt zwar doppelt soviel Beiträge wie ein Ganztagsbeschäftigter mit 500 KM Gehalt, doch legt er nur die Hälfte der Zeit zur Rentenanwartschaft zurück.

Als Arbeitgeber sollte man also Verständnis für die Abneigung von Angestellten gegenüber Teilzeit-Arbeitsverhältnissen haben.

Steuerliche Änderungen in Montenegro zum 1.1.2010

Mit Wirkung ab dem 1.1.2010 hat das Parlament von Montenegro Änderungen im Einkommensteuer- und Sozialversicherungsrecht beschlossen. So beträgt der einheitliche Steuersatz bei der Einkommen- und Lohnsteuer einheitlich nur mehr 9 % (anstatt bisher 12 %).

Die Sozialversicherungsbeiträge wurden hingegen in der Summe von 32 auf 33,8 % der Bemessungsgrundlage erhöht, wobei der Arbeitgeber-Anteil von 14,5 % auf 9,8 % gesenkt wurde, während der Arbeitnehmer-Anteil von 17,5 % auf 24 % anstieg.

Das dadurch gesunkene Netto-Entgelt der Beschäftigten wird zudem durch eine zusätzlich Kürzung des Urlaubs- und Essensgeldes gemindert, so dass für die Kaufkraft der Arbeitnehmer 2010 erhebliche Abstriche zu erwarten sind. Die Senkung der Reallöhne dürfte indes in der Bevölkerung wenig Widerstand hervorrufen, da es angesichts der hohen Arbeitslosigkeit schon fast als Privileg anzusehen ist, überhaupt einen Arbeitsplatz zu besitzen.